geplanter Bau einer Salatfabrik in Wiesentheid

Seit Anfang 2019 beschäftigt die Bauvoranfrage der Firma Deliscious aus Holland nicht nur die Gemeinderäte, sondern auch immer mehr die Bevölkerung.

Geplant auf einer Fläche von ca. 17 ha Ackerfläche am Rande von Wiesentheid (im Besitz des Hauses Schönborn), soll eine "Erzeugerstätte" (als Gärtnerei kann man das nicht mehr bezeichnen) für Salatpflanzen entstehen. Diese werden, unter hermetisch abgeriegelten Bedingungen (ähnlich wie bei der Schweinezucht) unter künstlicher Beleuchtung gezüchtet, um dann, in Plastikfolie verpackt, die Auswahl in den Supermärkten zu bereichern. Frischer Salat mit Wurzelballen in keimfreier Erde 265 Tage das Jahr. 

Diese Form der Nahrungsmittelgewinnung ist nicht im Sinne von uns Grünen. Pflanzen, die unter künstlichem LED-Licht, mit künstlichen Nährstoffen angereichertes Wasser, ohne Bodenbakterien (die sind für den Geschmack entscheidend, man denke nur an Radieschen aus dem Gewächshaus vs. Garten) sind keine LEBENsmittel mehr, sondern einfach nur Nahrung.

Noch ein wichtiger Punkt ist, dass diese Form der Agarwirtschaft unsere lokalen Gärtnereien und Gemüsebauern schwächt, bzw. zerstören kann. 

Im Februar haben Wiesentheids Freie Wähler und wir Grüne uns zusammen getan und Unterschriften gegen die Salatfabrik gesammelt. Innerhalb von 4 Tagen  kamen ca. 860 Unterschriften zusammen. 

Hier geht es zur Stellungnahme des Wiesentheider Ortsverbandes: https://gruene-wiesentheid.de/2019/03/02/salatfabrik/

Im März lud Graf Paul v. Schönborn zu einer Infoveranstaltung mit den Gebrüdern Delissen in das katholische Pfarrheim ein. In der Hoffnung, dass die Gebr. Delissen viele Fragen klären und die Stimmung im Ort umschwenken könnte. Dieser Schuß ging leider nach hinten los. Im voll besetztem Pfarrheim merkte man bis zum Schluss der Veranstaltung, dass die Bürger (bis auf einen Gärtner ! aus Altertshofen) sich viele Sorgen machten und sich nicht von dem Projekt überzeugen lassen konnten. Hauptängste betrafen immer wieder den Wasserverbrauch in unserem eh schon sehr trockenen Gebiet, die Lichtverschmutzung durch die riesigen Glasflächen, Verkehrsaufkommen durch die LKWs, den Nutzen für Wiesentheid.

Nun, Fakt ist, es hat nur ein Wiesentheider einen Nutzen davon. Graf Paul v. Schönborn.

Die Firma ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, d.h. sie zahlt keine Gewerbesteuer. Als holländisches Unternehmen evtl. überhaupt keine Steuern in DE???

Da die Fabrik komplett automatisiert ist, fallen lediglich 30 - 35 Arbeitsplätze an. Ob diese Plätze an Billiglohnarbeiter gehen bleibt noch abzuwarten.

Bei allem Verständnis für das Hause Schönborn, welches seine Landwirtschaft auf Öko umgestellt hat und für die Einnahmen aus dem Verkauf des 17 ha großen Grundstückes Land in der Volkacher Gemarkung zukaufen möchte, wir müssen uns alle Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit unseren Böden umgehen werden. Auf den ersten Blick mag diese Art der Salatproduktion nachhaltig und sinnvoll sein. Auf kleinstem Raum den größtmöglichen Ertrag mit geringem Wasserverbrauch. 

Aber: Es wird eine riesige Fläche versiegelt, der Boden trocknet aus und stirbt ab, zurück bleibt Sand. Das Wasser zur Bewässerung läuft durch einen Kreislauf, es wird also nicht dem Erdreich wieder zurück gegeben. Seit 2015 hat sich unser Grundwasserspiegel nicht mehr aufgebaut, hier wird Wasser entnommen und nicht mehr zugeführt. Ein Teufelskreis.

Vom irrsinnigen Stromverbrauch, den (laut Aussage Herrn Delissen) ca. 25 LKWs welche 24 h am Tag, 365 Tage im Jahr fahren (was bei der angedachten Größe sicherlich viel mehr LKWs sein werden, außerdem sind die Materialzulieferer sicher nicht in diese Zahl geflossen) und der Tatsache, das dieser Salat ein reines Kunstobjekt sein wird, ganz zu schweigen.

Also: NEIN zur Salatfabrik!

generell NEIN zu Agrarfabriken jeglicher Art!

 

Andrea Drexelius

 

 

 

URL:http://www.gruene-kitzingen.de/unsere-themen/salatfabrik-in-wiesentheid/