05.05.2017

Stolpersteine in Prichsenstadt

Eingeladen von Herrn Volkert F. Mehlert (Verein Alt Prichsenstadt e.V.) und von Herrn Wolf-Dieter Gutsch (AK „Stolpersteine) nahmen Andrea Liebig (KV Kitzingen) und Willi Hörrmann (OV Wiesentheid) am 5.5.2017 an der Verlegung von Stolpersteine In Prichsenstadt teil.

Mit Stolpersteinen wurden der Opfer aus den Familien Fleischmann aus dem Hause Kirchgasse 9 und Frank aus dem Haus Freihofgasse 3 erinnert. Frau Liebig und Herr Hörmann hatten die Ehre vor Beginn der Verlegungszeremonie mit, der aus den USA eingereisten, Großnichte von Max Fleischmann Helene Cweren und deren Tochter Leah Goldstein ein kurzes Gespräch zu führen.

Nach den Begrüßungsworten von Herrn Mehlert und dem 1. Bürgermeister Schlehr wurden zunächst die Biographien der Opfer aus der Familie Fleischmann von Schülern der Klasse 9 des Gymnasium Steigerwald Landschulheim Wiesentheid vorgetragen. Die 4 Schüler*innen zünden danach 4 Kerzen an und legten Rosen auf die dann bereits verlegten Stolpersteine nieder.

Max Fleischmann
Frieda Fleischmann, geb. Strauß
Hilde Fleischmann
Inge Fleischmann
Trude Fleischmann

Danach hielt Frau Helene Cweren eine kurze Rede, über die Flucht ihrer eigenen Familie in die USA und sprach eindringlich darüber, dass sich so etwas niemals wiederholen sollte. Sie beendet Ihre Ansprache, indem Sie für Ihre Familie das Kaddisch in aramäischer Sprache gesprochen.

Schließlich begaben sich alle Gäste, darunter auch zwei Grundschulklassen aus Wiesentheid und Prichsenstadt in die Freihofgasse 3, wo zuerst die Marie-Louise Fürstin zu Castell-Castell mahnende Worte sprach, gefolgt von den Reden Armin Grein (stellv. Bezirkstagspräsident Ufra.) und Oded Baumann, Vorstandsmitglied in der Israelitischen Gemeinde Würzburg. Auch hier wurden die Biografien der Opfer von den Schülern vorgelesen und wie zuvor Kerzen angezündet und Rosen zu den Stolpersteinen gelegt.

Bernhard Frank

Bertha Frank, geb. Fleischmann

 

Zum Ende sprach Herr Gutsch das Kaddisch für alle auf Deutsch, da es für die Opfer der Familie Frank keine bekannte Stätte gibt, wo Sie ihre letzte Ruhe fanden. Für Sie wurde das Kaddisch nie gesprochen.

Leah Goldstein (3.li), Helene Cweren(4.li), Familienangehörige der Opfer aus der Kirchgasse 9

 

Es war eine sehr ergreifende Zeremonie und berührte Viele der Anwesenden. Der Grundtenor aller Reden war immer der Gleiche - nämlich, wir können es nicht wieder gut machen und dass sich so etwas nie wieder wiederholen sollte.

 

In eigener Sache Ich persönlich finde, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus eine zentrale grüne Aufgabe in unserem Kreisverband werden sollte.

 

Andrea Liebig

Pressesprecherin KV Kitzingen Bündnis 90/ Die Grünen

 

 

Fotos: Andrea Liebig

 



zurück

URL:https://www.gruene-kitzingen.de/veranstaltungen/2017/expand/649948/nc/1/dn/1/